Allgemein

Mein Besuch bei der Indiecon 2020

Neue Verlage, Magazine und Menschen kennenlernen

Trotz Corona wollte ich es dieses Jahr endlich mal wagen und die Indiecon in Hamburg besuchen. Eine Woche vorher habe ich mir ein kostenloses Ticket besorgt – die richtige Entscheidung, denn nur zwei Tage später waren alle Plätze weg. Wie ich das Event erlebt habe und was euch dort erwartet, erzähle ich euch hier.

In der letzten Zeit habe ich mich vermehrt mit unabhängigen Verlagen sowie Literaturmagazinen befasst. Grund genug, sich auf einem Festival für unabhängige Publikationen umzutun! Die Indiecon findet seit sechs Jahren an einem Wochenende im September in Hamburg statt. Organisiert wird die Veranstaltung von Die Brueder Publishing, einem jungen Verlagshaus mit Sitz in Hamburg. Es kommen Aussteller*innen aus der ganzen Welt, um ihre Publikationen vorzustellen. Die Indiecon bietet also eine Bühne und dient gleichzeitig der Vernetzung. An den Ständen kann man direkt Magazine, Bücher, Drucke und Merch kaufen; ein bisschen Geld sollte man also schon einplanen. Thema dieses Jahr waren „Impossible Publications„. Im Internet habe ich mir vorab ein kostenloses Ticket gebucht, eine der Coronamaßnahmen.

Für ganz Mutige gab’s die Überraschungstüten mit verschiedenen Printmedien

Ein Festival in Zeiten von Corona – wie geht das?

Ich habe seit März auf so ziemlich alle Veranstaltungen verzichtet. Umso aufregender war es nun, die Indiecon zu besuchen. Wenn das Konzept nicht gut gewesen wäre, wäre ich einfach wieder gegangen, mit einem kostenlosen Ticket hat man nicht viel zu verlieren. Aber zum Glück musste ich das nicht, denn das Hygienekonzept war sehr gut geplant. Man konnte ein Ticket für einen einstündigen Slot am Samstag oder Sonntag buchen. Am Samstagabend fand zusätzlich zum regulären Programm ein Nachtmarkt mit Musik statt. Das Ticket hat man am Eingang vorgezeigt und gegen einen Bogen zum Eintragen der Kontaktdaten sowie einen Besucher*innen-Sticker, den man sichtbar an der Kleidung anbringen musste, getauscht. Das Festival erstreckte sich mit knapp 90 Austeller*innen auf zwei große Industriehallen im Hamburger Oberhafen – für frische Luft wurde durch große, geöffnete Türen gesorgt. Auch die Zahl der Leute, die sich zeitgleich in einer Halle befanden, wurde erfasst. Natürlich waren Masken Pflicht und es gab einige Spender mit Desinfektionsmittel. Zwischen den Ständen, die die Austeller*innen hinter Plexiglasscheiben betreut haben, war genug Platz für Abstand. Ich habe mich zu jeder Zeit sicher gefühlt und denke, dass ein solches Konzept auch gut für andere Veranstaltungen übernommen werden kann.

In den großen Hallen war genug Platz für Abstand

Viel zu entdecken und zu beschnacken

Nach der Abgabe meiner Kontaktdaten bin ich erstmal in Ruhe durch beide Hallen geschlendert. Die Hallen waren sehr unterschiedlich: In der einen kam man sich ein bisschen vor wie in der Disko, mit DJ-Pult und Leuchtröhren. Die zweite wirkte wie ein helles, offenes Loft. Dort wurden auch Essen und Getränke verkauft, wer also vom Bummeln hungrig geworden ist, konnte direkt den knurrenden Magen füllen. Mein Plan war, mir einmal alles anzuschauen und dann eine zweite Runde zu den Ständen zu machen, an denen mir etwas ins Auge gesprungen ist oder die ich mir im Vorfeld als interessant gemerkt hatte. Gesagt, getan: Ich bin zwischen den liebevoll dekorierten Ständen durchgegangen und habe hier und da in einer Publikation geblättert oder mit Aussteller*innen geschnackt. Magazine wie Sand oder Word waren für mich eine neue Entdeckung, die mich direkt begeistert hat. Besonders hat mich gefreut, einige Menschen, die ich von #bookstagram kenne, in echt zu treffen. So ist mir ein Mitglied der Lesekreuzung über den Weg gelaufen und auch bei Yasemin von der Literarischen Diverse konnte ich Hallo sagen. Ebenso stand ein Besuch bei den Schnipsel-Kolleg*innen von Die Epilog und Das Wetter an. Am Stand vom Nordverlag habe ich mit dessen Gründerin Camilla gesprochen und habe nicht nur mehr über die norwegische Autorin Ingvild Lothe erfahren, sondern auch direkt ihr Debüt „Warum bin ich so traurig, wenn ich doch so süß bin?“ gekauft. Für mich war es total interessant, direkt mit Verleger*innen und Herausgeber*innen in Kontakt zu kommen und so mehr über die Publikationen und die Ideen dahinter zu lernen. Es war mit das Schönste, bei der Indiecon so viele Menschen zu treffen, die sich für Literatur begeistern!

Ein lohnenswerter Besuch

Für mich hat sich der Ausflug definitiv gelohnt! Meiner Meinung nach ist die Indiecon für all jene etwas, die sich für Kunst und Literatur begeistern. Vor allem kann man Publikationen kennenlernen, die noch nicht im Mainstream angekommen und kleine Verlage sowie Magazine unterstützen. Als Verleger*in oder Herausgeber*in sollte man auf jeden Fall die Chance nutzen, das eigene Produkt einem großen Publikum nahe zu bringen. Nächstes Jahr werden wir bestimmt mit dem Schnipsel vertreten sein. Aber auch als Privatperson lohnt sich ein Besuch der Indiecon mit ihrer entspannten Atmosphäre. So oder so – 2021 werde ich wieder dabei sein.

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